Der leitende Gedanke meiner Homepage

Im Jahr 2006, als alles begann, ahnte ich noch nicht, was mir widerfahren wird. Nichtsahnend entwickelten sich die unterschiedlichen Symptome meiner Erkrankung, welche nach und nach, kurz hintereinander eintraten und in dieser Zeit an Intensität zunahmen. Hauptmerklich bestanden starke Schmerzen im Gesicht, Kopf und Nackenbereich - erst akut, später chronisch. Die Folge sind Beeinträchtigungen in einem erheblichen Maß im täglichen Leben und in der Leistungsfähigkeit. Eine beunruhigende bis beängstigende Situation entsteht, erst recht wenn hierüber die notwendige Aufklärung fehlt.

 
An der Stelle, an der ich umgehend medizinisch adäquate Hilfe hätte bekommen sollen bzw. müssen, habe ich diese dringlich nötige Behandlung nicht erhalten – obgleich aus fachbezogener ärztlicher Unkenntnis, verspäteter Reaktion oder aber auch völliger Nichtreaktion. Dieses Verhalten hat viel Leid und eine unfreiwillige Arzt-Odyssee nach sich gezogen. Nichts war mehr so wie vorher…

  
Mithin ging die Recherche im Internet los. Informationen für den medizinischen Laien gab es seiner Zeit viel weniger als es heutzutage der Fall ist. Trotz dessen wurde mir aber relativ schnell klar, wie umfangreich und komplex die ganze CMD – Problematik war. Mir war es wichtig, so viel wie möglich hierüber zu erfahren. Im weiteren Verlauf der Jahre, wurden die Beschwerden zwar nicht deutlich besser, aber die eine oder andere Symptomatik reduzierte sich hin und wieder, wenn auch nur kurzfristig und ich versuche eigentlich bis heute der Krankheit irgendwie entgegen zu wirken.

  
Heutzutage, nach langjährigem Krankheitsverlauf, spricht man nunmehr vorrangig über den „chronischen Schmerzpatienten“ als noch über den Kiefergelenkspatienten an sich. Der namentliche Vermerk „CMD“ findet sich noch auf dem einen oder anderen Facharztbericht oder eben auf einem Rezept für Physiotherapie. Die einst konsekutiv hinzugetretene, schmerzhafte Kieferklemme, gilt längst als ein tragisch bedauerlicher Ist-Zustand.

 
Das „chronische Schmerzsyndrom“, das dann für Fachleute als eine hervorgerufene eigenständige Krankheit gilt, ist wiederrum eine komplexe Erkrankung, die in der Regel ferner eine mannigfaltige Therapie erfordert. Von chronischem Schmerz spricht die Fachschaft dann, wenn der Schmerz seit mindestens drei bis sechs Monaten besteht, die betroffenen Patienten des Weiteren unter physischen, psychisch-kognitiven und sozialen Beeinträchtigungen leiden. Ein Allheilmittel gegen chronische Schmerzen gibt es bekanntlich nicht. Die verschiedenen Verfahren werden individuell entschieden, oft kombiniert man daher verschiedene Therapieverfahren. Eine sogenannte „multimodale Therapie“ soll daher zu den erfolgversprechenderen zählen. Hierzu einige Möglichkeiten: Komplementäre Verfahren, Medikamente, Physikalische Therapie, Verhaltens-medizinische Psychotherapie, Akkupunktur bzw.-pressur, Osteopathie, aber auch invasive Verfahren können mit einfließen. Die ärztliche Berufsordnung verpflichtet den Arzt überdies, Leiden zu lindern – eine kompetente Schmerztherapie gehört dazu. Unser einer hat also insofern einen rechtlichen Anspruch auf eine angemessene und wirkungsvolle Schmerzbehandlung.

  
Als „austherapiert“ versteht der Fachmann, wenn der Zustand in dem sich der Betroffene befindet, aus schulmedizinischer Sicht als unveränderbar gilt. Zudem folgt die Einschätzung, dass man nicht mehr behandelbar ist und deshalb aus ärztlicher Sicht als „abgeschlossen“ betrachtet wird.

  
In den letzten Jahren habe ich eine Unzahl an E-Mails von Betroffenen erhalten, die sich hilfesuchend an mich gewandt haben. Der gegenseitige Austausch war und ist mir bis heute sehr wichtig. Menschen, die vom gleichen Problem betroffen sind, verstehen einander besonders gut. Erlebte Erfahrungen gegenseitig auszutauschen – sei es über Behandler der verschiedenen Fachbereiche, behördliche Institutionen, belastende Begutachtungssituationen und deren Ergebnisse oder auch rechtliche Angelegenheiten von verschiedenen Belangen – kann möglicherweise hilfreich sein.

 
Des Weiteren ist es mir ein Anliegen, erneut ins Blickfeld zu rücken, dass die Betroffenen mit ihren Kernsymptomen scheinbar weiterhin nicht ernst genommen werden. Der Großteil der Berichte der Erkrankten umfasst eine allgemeine Bestürzung darüber, dass es zu einer vorschnellen Abschiebung in den psychosomatischen oder sogar psychiatrischen Bereich kommt. Dieser Missstand ist meiner Meinung nach dem System geschuldet und nicht hinnehmbar. Für Patienten bedeutet das, dass diejenigen, die an einer Erkrankung im zahnmedizinischen Bereich leiden, Verzögerungen im Heilungsprozess hinnehmen müssen oder sogar zwangsläufig, dass jedwede notwendige Therapie unterbleibt. Was dies generell für schwerwiegende Folgen für den Menschen haben kann, kann man – allein schon aufgrund der logischen Denkgesetze – erahnen.

 
Mittlerweile ist eine Menge Zeit verstrichen und ich habe leider den ein oder anderen negativen Erfahrungswert hinnehmen müssen. Einen Sinn habe ich mir rückblickend jedoch abgewinnen können: Wären meine Erkrankung und die daraus resultierenden Ereignisse und Erkenntnisse nicht gewesen, hätte ich wohl niemals diesen Weg eingeschlagen, um auf die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) und auf Krankheiten der Kiefergelenke hinzuweisen und so die Aufmerksamkeit hieraufhin zu lenken.

  
Ein Umbruch findet in aller Regel nur dann statt, wenn es Menschen gibt, die sich hierfür verantwortlich fühlen.

Herzlichst Sabine